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Gesellschaftlicher Zusammenhalt
Gesellschaftlicher Zusammenhalt – was verbirgt sich hinter dem Begriff und welche Verbindung wird zum Thema Gesundheit geknüpft? Informationen und Fakten zum ehrenamtlichen Engagement, zur Freiwilligenarbeit sowie zur sozialen Unterstützung finden Sie in diesem Kapitel.
Partizipation
Der Grundsatz „Gesundes Leben mitgestalten“ umfasst alle Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe und Partizipation. Er beruht darauf, dass Gesundheit maßgeblich von den Beteiligungsmöglichkeiten des Einzelnen und von Gruppen in der Gesellschaft beeinflusst wird. Mit demokratie-, arbeits-, bildungs- und medienpolitischen Rahmenbedingungen sollen gute Beteiligungsmöglichkeiten geschaffen werden.
Im Gesundheitsbericht Steiermark 2015 konnten für dieses Kapitel zwei Datensätze der EU-SILC-Befragung 2015 dargestellt werden. Es handelt sich um das ehrenamtliche Engagement und die aktive Bürgerbeteiligung. Für diese Daten erfolgte seither keine Aktualisierung.
Freiwilliges Engagement
Ergänzend kann das freiwillige Engagement in der Steiermark auf Basis einer Erhebung zur Freiwilligentätigkeit in Privathaushalten dargestellt werden. Diese wurde vom Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) in Auftrag gegeben und von der Statistik Austria durchgeführt.
Die Freiwilligentätigkeit wurde definiert als nicht gesetzlich verpflichtende, unbezahlte (unentgeltliche) Tätigkeit bzw. Leistung, die von Privatpersonen zur Förderung der Allgemeinheit oder aus sozialen Motiven außerhalb des eigenen Haushalts durchgeführt wird. Solche Dienste können formell oder informell erbracht werden.
Die formelle Freiwilligentätigkeit meint Leistungen, die innerhalb einer Organisation oder eines Vereins erbracht werden (z.B. Feuerwehr, Rettung, Sportverein).
Die informelle Freiwilligenarbeit sind privat geleistete Tätigkeiten für Personen außerhalb des eigenen Haushalts, wie z.B. Nachbarschaftshilfe, Unterstützung von Freunden.
Die Ergebnisse der Erhebung 2022 zeigen, dass in der Steiermark 48,7 % der Bevölkerung (ab 15 Jahren) freiwillig tätig sind (Österreich: 49,4 %). Ausschließlich formelle Dienste leisten 25,5 % der Steirer*innen, 35,8 % sind nur im informellen Bereich tätig. In Österreich sind es 25,6 %, die in Organisation und Vereinen mithelfen bzw. 47,8 %, die sich privat engagieren. Rund ein Viertel der österreichischen Bevölkerung leistet regelmäßig sowohl formelle als auch informelle Freiwilligentätigkeit (26,6 %).
Für Österreich zeigt sich im Geschlechtervergleich, dass sich mit 52,4 % mehr Männer als Frauen (46,5 %) freiwillig engagieren. Nach Altersgruppen betrachtet, ist der höchste Anteil mit 55,1 % an freiwillig Tätigen bei den 50- bis 59-Jährigen zu finden. Zudem ist die Beteiligungsquote bei Personen mit höherem Bildungsstand ausgeprägter: 31,5 % der Pflichtschulabsolvent*innen in Österreich sind freiwillig tätig, bei den Personen mit Hochschulabschluss sind es 66,0 %.
Auch in der Zeitverwendungserhebung 2021/22 der Statistik Austria wird über Freiwilligentätigkeiten berichtet. Hier geht hervor, dass in Österreich für Freiwilligentätigkeiten im Zuge der unbezahlten Arbeit rund 20 Minuten pro Tag aufgewendet werden .
Freiwilligenstrategie 2023
Das Freiwilligenwesen ist zunehmend mit Herausforderungen wie demografischen Entwicklungen, gesellschaftlichem Wandel oder Digitalisierung konfrontiert. Daher verfolgt die Freiwilligenstrategie das Ziel, die Freiwilligentätigkeit in Österreich nachhaltig zu stärken:
- Vielfältiges freiwilliges Engagement in Österreich durch zeitgemäße Rahmenbedingungen erhalten und ausbauen.
- Ansehen und Anerkennung der Freiwilligenarbeit erhöhen.
- Beiträge der Freiwilligenarbeit zum Gemeinwohl in den unterschiedlichsten Bereichen erleichtern.
Die Freiwilligenstrategie soll dazu beitragen, gute Rahmenbedingungen für Freiwilligenarbeit in allen Lebensbereichen zu schaffen. Sie dient außerdem der besseren Koordination zwischen Bund, Ländern, Gemeinden und Organisationen, um freiwilliges Engagement in Österreich langfristig zu fördern und weiterzuentwickeln.
Soziale Unterstützung
Wieweit sich Personen auf soziale Unterstützung verlassen können, wird anhand der Antworten auf die folgenden 3 Fragen aus der Österreichischen Gesundheitsbefragung errechnet:
- Wie viele Menschen stehen Ihnen so nahe, dass Sie sich auf sie verlassen können, wenn Sie ernste persönliche Probleme haben?
- Wie viel Interesse und Anteilnahme zeigen andere Menschen an dem, was Sie tun?
- Wie einfach ist es für Sie, praktische Hilfe von Nachbarn zu erhalten, wenn Sie diese benötigen?
61,4 % der befragten Steirerinnen und Steirer können sich auf eine hohe Unterstützung verlassen. Dieser Wert ist höher als der österreichische Gesamtwert (55,3 %). Zwischen den Frauen und Männern bestehen kaum Unterschiede. 6,0 % der Männer und 5,7 % der Frauen fühlen sich nur gering unterstützt.
2014 war der Anteil derjenigen, die auf hohe soziale Unterstützung zurückgreifen können, etwas niedriger. Damals lag der Wert in der Steiermark bei 56,1 % und in Österreich insgesamt bei 53,7 %.
Personen ab 65 Jahren gaben an, etwas weniger soziale Unterstützung als jüngere Befragte zu haben. Der Anteil der Personen mit hoher sozialer Unterstützung liegt in der Altersgruppe 65- bis 74 -Jährigen bei 58,3 %. Ab 75 Jahren sind es nur noch 45,6 %. Bei den Frauen ab 75 Jahren sinkt er auf 43,0 %. Insbesondere Personen, die maximal die Pflichtschule abgeschlossen haben, gaben eine geringere soziale Unterstützung an.
- Steiermark
- Österreich
Abb. 657: Anteil der Personen mit selbstberichteter hoher sozialer Unterstützung.
Nach steirischen Versorgungsregionen, 2019
Statistik Austria (Gesundheitsbefragung 2019); Bearbeitung: Landesstatistik Steiermark; Darstellung: EPIG GmbH
Veröffentlicht am 19.08.2021, Download von https://gesundheitsbericht-steiermark.at/
Abb. 658: Anteil der Personen mit selbstberichteter hoher sozialer Unterstützung.
Nach steirischen Versorgungsregionen, 2019
Statistik Austria (Gesundheitsbefragung 2019); Bearbeitung: Landesstatistik Steiermark; Darstellung: EPIG GmbH
Veröffentlicht am 19.08.2021, Download von https://gesundheitsbericht-steiermark.at/
- Steiermark
- Österreich
Abb. 53: Soziale Unterstützung.
Nach Geschlecht und Bildungsstand für Steiermark gesamt, 2019
Statistik Austria (Gesundheitsbefragung 2019); Bearbeitung: Landesstatistik Steiermark; Darstellung: EPIG GmbH
Veröffentlicht am 19.08.2021, Download von https://gesundheitsbericht-steiermark.at/
Abb. 54: Soziale Unterstützung.
Nach Geschlecht und Bildungsstand für Österreich gesamt, 2019
Statistik Austria (Gesundheitsbefragung 2019); Bearbeitung: Landesstatistik Steiermark; Darstellung: EPIG GmbH
Veröffentlicht am 19.08.2021, Download von https://gesundheitsbericht-steiermark.at/
- Steiermark
- Österreich
Abb. 55: Soziale Unterstützung.
Nach Alter in 10-Jahres-Schritten und Geschlecht für Steiermark gesamt, 2019
Statistik Austria (Gesundheitsbefragung 2019); Bearbeitung: Landesstatistik Steiermark; Darstellung: EPIG GmbH
Veröffentlicht am 19.08.2021, Download von https://gesundheitsbericht-steiermark.at/
Abb. 56: Soziale Unterstützung.
Nach Alter in 10-Jahres-Schritten und Geschlecht für Österreich gesamt, 2019
Statistik Austria (Gesundheitsbefragung 2019); Bearbeitung: Landesstatistik Steiermark; Darstellung: EPIG GmbH
Veröffentlicht am 19.08.2021, Download von https://gesundheitsbericht-steiermark.at/
Aktualisiert am 20.11.2025

