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Arbeit
Daten und Fakten rund um das Thema Arbeit in der Steiermark: Hier finden Sie Informationen zu Maßnahmen in der betrieblichen Gesundheitsförderung, zum Arbeitsklima oder zur Krankenstandsquote der Steirerinnen und Steirer.
Sowohl die Gesundheitsziele Österreich als auch die Gesundheitsziele Steiermark haben ein Ziel dem Arbeitsleben gewidmet. Um darzustellen, ob sich die Gesundheitsbedingungen in der Arbeit in den letzten Jahren verbessert haben und sich auf die Gesundheit der Steirerinnen und Steirer auswirken, werden 4 Indikatoren herangezogen:
- Gesunde Betriebe: Betriebe, die mit dem Gütesiegel des Netzwerks für Betriebliche Gesundheitsförderung ausgezeichnet sind
- Krankenstände: Wie hoch ist die Krankenstandsquote und wie hat sie sich in den letzten Jahren verändert?
- Arbeitsklima: Was sagt der Arbeitsklimaindex für die Steiermark im österreichischen Vergleich?
- Präsentismus: Wie viele Personen gehen trotz gesundheitlicher Probleme zur Arbeit?
Gesunde Betriebe
Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) will als Unternehmensstrategie Krankheiten am Arbeitsplatz vorbeugen, die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stärken und deren Wohlbefinden verbessern.
In der Steiermark bieten die ÖGK und BVAEB Beratungs- und Unterstützungsleistungen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung für Betriebe an.
Betriebliche Gesundheitsförderung befähigt die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zur aktiven Teilhabe in der Gestaltung der Lebenswelt Betrieb
Ziele betrieblicher Gesundheitsförderung sind u.a. höhere Arbeitszufriedenheit, bessere Produktivität, größere Innovationsoffenheit und weniger krankheitsbedingte Abwesenheit. Betriebliche Gesundheitsförderung kann auch einen Beitrag zur Chancengerechtigkeit leisten, wenn sie in den Betrieben umgesetzt wird, in denen z.B. Personen mit niedrigen Einkommen und damit häufig hoher Belastung arbeiten.
Das BGF-Gütesiegel ist ein Zeichen dafür, dass ein Betrieb ein BGF-Projekt erfolgreich umgesetzt und anschließend in den Regelbetrieb implementiert hat. Es wird für 3 Jahre verliehen und kann wiederbeantragt werden.
2023 hatten 147 steirische Betriebe das BGF-Gütesiegel. 65.007 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren in diesen Betrieben beschäftigt. Die dargestellten Werte für 2023 beinhalten daher Betriebe, denen das Gütesiegel 2023 zuerkannt wurde, und Betriebe, die im zweiten oder dritten Jahr das Gütesiegel tragen. Die Daten lassen nur einen Rückschluss auf die Standorte der Betriebe zu, eine Darstellung nach dem Wohnort der Beschäftigten ist mit diesen Daten nicht möglich.
Seit 2008 hat die Zahl der Gütesiegelbetriebe in der Steiermark zugenommen, damals zählten 15 steirische Betriebe dazu. Der Anteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Gütesiegelbetrieben an allen unselbständig Erwerbstätigen ist folglich ebenfalls gestiegen. Der größte Anteil mit 13,12 % lag im Jahr 2019.
Abb. 977: Anteil der Mitarbeitenden in BGF-Betrieben an allen unselbständig Beschäftigten im Zeitverlauf.
Für Steiermark gesamt für die Jahre 2008 bis 2023
Grundgesamtheit: Mitarbeitende in BGF-Betrieben 2023 = 65.007
Netzwerk Betriebliche Gesundheitsförderung; Darstellung: EPIG GmbH
Veröffentlicht am20.11.2025, Download von https://gesundheitsbericht-steiermark.at/
Krankenstände in der Arbeit
Die Krankenstandsquote ist ein Indikator für den Verlust an Jahresarbeitstagen aufgrund von krankheits- und unfallbedingten Fehlzeiten und daher eine gesundheitspolitische Zielgröße. Allerdings weist eine sinkende Krankenstandsquote nicht zwangsläufig darauf hin, dass die Arbeitnehmer*innen gesünder sind. Präsentismus, also das Arbeiten, obwohl ein gesundheitliches Problem vorliegt, führt z. B. auch zu einer niedrigen Krankenstandsquote. Außerdem haben die allgemeine wirtschaftliche Lage, branchenspezifische und institutionelle Faktoren Einfluss auf die Höhe der Krankenstandsquote.
Insgesamt lag die Krankenstandsquote im Jahr 2023 für österreichische Arbeiter*innen und Angestellte bei 4,2 % (Steiermark: 4,5 %). Zwischen den Männern (4,0 %) und den Frauen (4,4 %) war der Unterschied relativ gering (steirische Männer: 4,3 %, steirische Frauen: 4,8 %). Ein größerer Unterschied zeigte sich bei den Österreich-Daten zwischen den Angestellten (3,6 %) und den Arbeiter*innen (5,2 %). Auch in der Steiermark liegt die Krankenstandsquote bei den Arbeiter*innen mit 5,4 % höher als bei den Angestellten mit 3,8 %. Die Daten basieren auf der Krankenstands-Statistik des Dachverbandes der österreichischen Sozialversicherungen.
- Arbeiter*innen und Angestellte
- Arbeiter*innen
- Angestellte
Abb. 660: Krankenstandsquoten der Arbeiter*innen und Angestellten.
Nach Geschlecht für die österreichischen Bundesländer, 2023
Grundgesamtheit: Krankenstandsfälle Österreich gesamt = 6.058.696
Dachverband der österreichischen Sozialversicherungen, Krankenstands-Statistik; Bearbeitung EPIG GmbH
Veröffentlicht am 20.11.2025, Download von https://gesundheitsbericht-steiermark.at/
Abb. 661: Krankenstandsquoten der Arbeiter*innen.
Nach Geschlecht für die österreichischen Bundesländer, 2023
Grundgesamtheit: Krankenstandsfälle Österreich gesamt = 2.614.852
Dachverband der österreichischen Sozialversicherungen, Krankenstands-Statistik; Bearbeitung EPIG GmbH
Veröffentlicht am 20.11.2025, Download von https://gesundheitsbericht-steiermark.at/
Abb. 662: Krankenstandsquoten der Angestellten.
Nach Geschlecht für die österreichischen Bundesländer, 2023
Grundgesamtheit: Krankenstandsfälle Österreich gesamt = 3.443.844
Dachverband der österreichischen Sozialversicherungen, Krankenstands-Statistik; Bearbeitung EPIG GmbH
Veröffentlicht am 20.11.2025, Download von https://gesundheitsbericht-steiermark.at/
Mit 1. Jänner 2020 ist die neue Struktur der fünf Sozialversicherungsträger unter einem Dachverband in Kraft getreten . Im zeitlichen Verlauf werden deshalb die Krankenstandsquoten ab dem Jahr 2020 dargestellt. In der Steiermark zeigte sich ein Anstieg der Krankenstandsquoten ab dem Jahr 2022. Auch in den Österreich-Daten ist ein Anstieg im Jahr 2022 zu verzeichnen.
Abb. 906: Krankenstandsquoten im Zeitverlauf.
Nach Geschlecht und Steiermark gesamt für die Jahre 2020 bis 2023
Grundgesamtheit: Krankenstandsfälle 2023 gesamt = 740.248
Dachverband der Österreichischen Sozialversicherung; Darstellung: EPIG GmbH
Veröffentlicht am 20.11.2025, Download von https://gesundheitsbericht-steiermark.at/
Arbeitsklima
Der Arbeitsklima Index beruht auf vierteljährlichen standardisierten Befragungen
von jeweils 900 Arbeitnehmer*innen in Österreich. Jeweils zwei Erhebungswellen werden zur Neuberechnung des Index herangezogen. Die Stichprobe ist repräsentativ ausgewertet, d.h. es können relevante Schlüsse zur Befindlichkeit aller Arbeitnehmer*innen daraus gezogen werden.
Seit 1997 wird der Österreichische Arbeitsklima Index erhoben. Die Befragungen werden vom Sozialforschungsinstitut IFES (Institut für empirische Sozialforschung) bzw. die Analysen in Kooperation mit SORA (Institute for social Research and Analysis) durchgeführt. Der Arbeitsklimaindex stellt die gesamtgesellschaftliche Arbeitszufriedenheit dar. Untersucht wird dabei die Einschätzung der Arbeitnehmer*innen in den Bereichen Gesellschaft, Betrieb, Arbeit und Erwartungen. Je höher der Indexwert, desto höher ist die Zufriedenheit und desto geringer sind die wahrgenommenen Belastungen. Nähere Informationen zu den Teilindizes und deren Gewichtung werden in der Regionalstatistik der Arbeiterkammer Oberösterreich aufgeschlüsselt .
Die Punktewerte sind folgendermaßen einzuordnen:
Bis 93 Punkte: sehr schlechte Arbeitszufriedenheit
94 bis 106 Punkte: schlechte Arbeitszufriedenheit
107 bis 115 Punkte: durchschnittliche Arbeitszufriedenheit
116 bis 125 Punkte: gute Arbeitszufriedenheit
126 Punkte und mehr: sehr gute Arbeitszufriedenheit
Im zeitlichen Verlauf zeigen sich in der Steiermark höhere Indexwerte und damit eine höhere Arbeitszufriedenheit als für Österreich gesamt. Der höchste Indexwert in der Steiermark mit 113 Punkten wurde im Jahr 2019 gemessen, der niedrigste Wert mit 105 Punkten ergab sich in den Jahren 2022 und 2023.
Abb. 907: Arbeitsklimaindex im Zeitverlauf.
Für Steiermark und Österreich gesamt für die Jahre 2015 bis 2023
Arbeiterkammer Oberösterreich in Kooperation mit dem Institut für empirische Sozialforschung GmbH (IFES), Regionalstatistik 2024; Darstellung: EPIG GmbH
Veröffentlicht am 20.11.2025, Download von https://gesundheitsbericht-steiermark.at/
Präsentismus in der Arbeit
Präsentismus beschreibt die Bereitschaft, trotz Krankheit arbeiten zu gehen. Dafür gibt es vielfältige persönliche, arbeitsbedingte und gesellschaftliche Gründe. Knapp 48 % der Steirer und 57 % der Steirerinnen gaben im Rahmen der Österreichischen Gesundheitsbefragung an, trotz gesundheitlicher Probleme zur Arbeit gegangen zu sein. Im Vergleich mit Österreich liegen die steirischen Männer unter dem österreichischen Durchschnitt von 52 %. Bei den Frauen ist der Wert gleich hoch.
- Steiermark
- Österreich
Abb. 663: Anteil der Personen, die in den letzten 12 Monaten trotz gesundheitlicher Probleme zur Arbeit gegangen sind.
Nach steirischen Versorgungsregionen, 2019
Statistik Austria (Gesundheitsbefragung 2019); Bearbeitung: Landesstatistik; Darstellung: EPIG GmbH Steiermark
Veröffentlicht am 19.08.2021, Download von https://gesundheitsbericht-steiermark.at/
Abb. 664: Anteil der Personen, die in den letzten 12 Monaten trotz gesundheitlicher Probleme zur Arbeit gegangen sind.
Nach österreichischen Bundesländern, 2019
Statistik Austria (Gesundheitsbefragung 2019); Bearbeitung: Landesstatistik; Darstellung: EPIG GmbH Steiermark
Veröffentlicht am 19.08.2021, Download von https://gesundheitsbericht-steiermark.at/
Abb. 69: Selbstberichteter Präsentismus.
Nach Geschlecht und Bildungsstand für Steiermark gesamt, 2019
Statistik Austria (Gesundheitsbefragung 2019); Bearbeitung: Landesstatistik Steiermark; Darstellung: EPIG GmbH
Veröffentlicht am 19.08.2021, Download von https://gesundheitsbericht-steiermark.at/
Bei den Männern ist die Bereitschaft, trotz einer Erkrankung zur Arbeit zu gehen im Alter von 35 bis 44 Jahre am höchsten. Bei den Frauen zeigt sich kein so eindeutiges Bild.
Abb. 70: Selbstberichteter Präsentismus.
Nach Alter in 10-Jahres-Schritten und Geschlecht für Steiermark gesamt, 2019
Statistik Austria (Gesundheitsbefragung 2019); Bearbeitung: Landesstatistik Steiermark; Darstellung: EPIG GmbH
Veröffentlicht am 19.08.2021, Download von https://gesundheitsbericht-steiermark.at/
Aktualisiert am 20.11.2025

